Weihnachten – das Fest der Traditionen

Wieder ist es so weit: Wir sind Mitten in der schönsten Zeit des Jahres. Der Duft von frischgebackenen Plätzchen, Zimt und Anis, Nelken und Orangen füllt den Raum. Das knisternde Feuer im Schwedenofen, der flackernde Kerzenschein schaffen eine gemütliche, geborgene und ganz heimelige Atmosphäre. Auch wenn das Land noch nicht mit Schnee bedeckt ist, trübt das unsere Stimmung und Vorfreude auf das größte Fest keineswegs.

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Jede Familie hat eigene Bräuche

Weihnachten ist ein Fest der Traditionen. Jede Familie hat hier ihre eigenen, oft ganz unterschiedlichen Bräuche. Nachdem mein Mann aus den USA kommt, beginnt bei uns die Weihnachtszeit bereits einen Tag nach Thanksgiving, dem letzten Donnerstag im November. Wir fahren auf einen Christbaumhof und schlagen unseren eigenen Tannenbaum, der zu Hause – mit Weihnachtsmusik im Hintergrund – auch gleich aufgestellt und geschmückt wird. Punsch und Lebkuchen dürfen dabei nicht fehlen. Den Kindern macht es riesigen Spaß, alle Ornamente auszupacken und gemeinsam den Baum zu dekorieren. Dabei werden Erinnerungen wach, an vergangene Jahre und gemeinsame Erlebnisse. Eine kostbare Zeit!

Natürlich zünden wir auch jeden Sonntag eine Kerze am Adventskranz an, während wir das Lied „Wir sagen euch an den lieben Advent“ singen. Und dann ist er endlich da: der 24. Dezember. Weil bei uns der Christbaum schon seit vier Wochen steht, ist der Tag für mich sehr entspannt. Aus meiner Kindheit bin ich es so gewohnt, dass es am Heilig Abend ein richtiges Festessen gibt. Diese Tradition habe ich in meine eigene Familie übernommen. Es gibt Rehrücken mit Orangen und Preiselbeeren, handgemachten Spätzle und Wurzelgemüse. Alle sind wir in festlicher Garderobe gekleidet. Auch der Tisch ist wunderbar gedeckt: Eine weiße Tischdecke mit silbernem Tischband, Tannenzweige, Zapfen, Perlen, silberne Platzteller, Kerzen… Meine Eltern sind bei diesem festlichen Anlass immer unsere Ehrengäste. Da sollten entsprechende Tischmanieren auch nicht fehlen, was mit vier kleinen Kindern gar nicht mal so einfach ist. Aber zumindest gehört meiner Mutter der Ehrenplatz zur Rechten meines Mannes und meinem Vater der Ehrenplatz zu meiner Linken. Nach dem gemeinsamen Essen singen wir Weihnachtslieder, lesen die Weihnachtsgeschichte und sagen Dank für die Geburt Jesu. Dann dürfen die Kinder endlich das Geschenk ihrer Großeltern öffnen, während das Fest mit netten Gesprächen bei Plätzchen und Punsch zum Ausklang kommt.

Dem feierlichen Heilig Abend folgt ein sehr gelöster, amerikanischer erster Weihnachtstag. Da die Kinder es gar nicht erwarten können, ihre Geschenke zu öffnen, stehen wir alle ganz früh auf. Es gibt Quiche Lorraine, eine Tradition aus dem Hause meines Mannes. Der ganze Tag ist geprägt von gemeinsamen Spielen, Lachen, Relaxen und einfach Beisammensein. Diese Zeit miteinander zu haben, ist das größte Geschenk für mich. Denn Zeit geht vorbei und kommt nicht wieder. So möchte ich jeden Augenblick genießen und mich freuen.

Was auch immer Ihre Familientraditionen sind, ich wünsche Ihnen ein für Sie und Ihre Lieben bedeutsames Weihnachtsfest, dass Sie sich jede Minute davon erfreuen können und Erinnerungen schaffen, die Ihre Herzen erwärmen – nicht nur zu Weihnachten, sondern an vielen Tagen im neuen Jahr 2017.


Autorin: Glaudia Chestnut

ist zertifizierter Image-Consultant und leitet das "Hotel Inspiration" im bayrischen Tittmoning.



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